Verleihung der Förderpreise 2020 der DGA-Bau und des MKBauImm

Im Rahmen des am 30. Oktober 2020 digital durchgeführten 10. Kongresses „Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft“ der DGA-Bau und des MKBauImm wurden seitens der DGA-Bau bereits zum vierten Mal drei Förderpreise in Höhe von je 1.000 Euro für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „Außergerichtlichen Streitbeilegung und Konfliktmanagement im Bauwesen“ vergeben. Seit drei Jahren beteiligt sich auch der MKBauImm daran durch Prämierung von „Praxisarbeiten guter Kooperation“ mit Förderpreisen von ebenfalls je 1.000 Euro.

 

Der Ehrenvorsitzende der DGA-Bau, Prof. Dr. Ing. C. J. Diederichs, dankte zunächst den 16 Sponsoren für die Preisgelder, die durch ihre Spende über den Mitgliedsbeitrag hinaus das Interesse an diesem Wettbewerb und den Preisträgern bekundeten und ohne die diese Preisverleihung nicht möglich gewesen wäre. Er dankte ferner den fünf Mitgliedern der Jury für die wissenschaftlichen Arbeiten, den Professoren Dr. jur. Reinhard Greger, Universität Erlangen-Nürnberg, Dr.-Ing. Jens Otto, TU Dresden, und Dr. jur. Wolfgang Voit, Universität Marburg, dem Vorsitzenden Richter Dr. jur. Tobias Oelsner, Berlin, und dem Rechtsanwalt Dietmar Ludolph, Halle (Saale) für die Durchsicht der eingereichten Arbeiten. Die Aufgabe der Jury bestand darin, aus insgesamt fünf Arbeiten zu entscheiden.

 

Da leider keine Dissertation nicht eingereicht wurden, entschloss sich die DGA-Bau, zwei Preise für die zwei besten Masterarbeiten und einen Preis für die beste Bachelorarbeit zu vergeben.

Alle Preisträger erhielten Gelegenheit, das wesentliche Ergebnis ihrer Arbeit in einem Kurzvortrag von 5 Minuten vorzustellen.

 

Einer der beiden Preise für die beste Masterarbeit ging an Lino Schüpfer, der im August 2019 seine Arbeit „Außergerichtliche Konfliktbewältigung bei Bauprojekten - Entwicklung eines Leitfadens zur Verfahrenswahl“ an der TU Berlin einreichte, betreut von Prof. Dr.-Ing. Matthias Sundermeier, Vorstandsvorsitzenden der DGA-Bau, und seiner Assistentin Henriette Kleinwächter. Schüpfer ist seit Dezember 2019 als Consultant bei der PD Partnerschaften Deutschland - Berater der öffentlichen Hand GmbH, Berlin, und dort im Geschäftsbereich Bau, Infrastruktur, Kommunalberatung mit dem Schwerpunkt kommunale Verwaltung tätig

Sofern die Streitparteien beim Auftreten eines Konfliktes bereit sind, diesen durch Einschaltung eines Dritten außergerichtlich in einem ADR-Verfahren zu lösen, so ist die Wahl des bestgeeigneten Verfahrens (Mediation, Schlichtung, Adjudikation, Schiedsgutachten, Schiedsgericht) eine wichtige Anfangsentscheidung. Schüpfer entwickelte dazu sechs aufeinander folgende Entscheidungsbäume, die den Anwender je nach Beantwortung der darin gestellten Fragen zu einem Verfahrensvorschlag führen. Eine Umsetzung in digitaler Form ist sicherlich ein noch notwendiger Schritt, um eine breite Praxisanwendung zu erreichen.

 

Der weitere Preis für die beste Masterarbeit ging an Stefan Moyses, der im März 2019 seine Masterarbeit „Aufgaben des Projektmanagers zur konfliktarmen Umsetzung von Hochbauprojekten aus Sicht des Fachplaners TGA (für Elektrotechnik)“ an der Hochschule Augsburg einreichte, betreut von Prof. Dr.-Ing. Thomas Höcker und Prof. Elisabeth Krön. Moyses ist seit April 2019 Geschäftsführer bei der Eplanieur GmbH, Mammendorf und Augsburg, einem Ingenieurbüro für Elektrotechnik

Moyses untersuchte durch Erstellung einer Matrix zur zeitlichen und thematischen Zuordnung von Konflikten das Leistungsbild Projektsteuerung in der AHO-Schrift Nr. 9 dahingehend, ob und inwieweit die Teilleistungen der Projektsteuerung der Konfliktprävention für die ermittelten Konflikte dienen, und stellte fest, dass diese von der AHO-Fachkommission bereits sehr vollständig ausgearbeitet wurden, jedoch in der Umsetzung insbesondere folgenden Teilleistungen besondere Beachtung geschenkt werden müsse: der vollständigen Definition des Bau-Soll, der strukturierten Zuordnung von Zuständigkeiten und Schnittstellen sowie der sorgfältigen Auswahl der Planer. Seine Arbeit ist daher nicht nur für die Mitglieder der DGA-Bau und des MKBauImm, sondern auch für die Mitglieder des DVP sehr interessant.

 

Der Preis für die beste Bachelorarbeit ging an Mike Daugardt, der im Mai 2019 seine Bachelorarbeit „Kooperations- und Konfliktkultur in der deutschen Bauwirtschaft“ an der TU Berlin einreichte, wiederum betreut von Prof. Matthias Sundermeier und seinem AssistentenThomas Rehfeld. Daugardt ist seit Oktober 2018 bei der Condor Wessels Bouw Berlin GmbH als BIM-Projektkoordinator tätig und wird dort 2021 die Leitung des Planungsbüros übernehmen.

Partnerschafts-, Bauteam-, Projektallianzverträge oder auch Integrated Project Delivery sind aktuell heiß diskutierte Themen, die bei der DGA-Bau im Oktober 2020 zur Gründung eines neuen Arbeitskreises 7 führten. Zielsetzung der Arbeit von Daugardt ist die Analyse der Praxistauglichkeit von mediativen Kompetenzen und von Elementen, die Partnerschaftlichkeit bewirken. Die Ergebnisse der Befragung von 10 Interviewpartnern durch Daugardt mit Dokumentation der Gespräche und deren Paraphrasierung zur Überprüfung der sieben von ihm aufgestellten Thesen (u. a. „Partnerschaftlichkeit lässt sich nicht in Verträgen festhalten.“) liefern einen wertvollen Beitrag zu dieser Entwicklung.

 

Im Anschluss übergab Prof. Dr. Diederichs an Prof. Dr. Martin Jung, Vorstandsmitglied des MKBauImm, zur Moderation der Verleihung von zwei Förderpreisen für Praxisfälle guter Kooperation.

 

Prof. Jung dankte zunächst den fünf Mitgliedern der Jury Dipl.-Ing. Marcus Becker, Präsident Bauindustrieverband Berlin Brandenburg, Rechtsanwalt Dr. jur. Tilmann Prinz, HGF BAK Berlin, Dipl.-Volksw. Andrea Jost, Ponschab + Partner Mediatoren, München, Dipl.-Ing. Karen Ludewig, Wirtschaftsmediatorin Seligenstadt und Dipl.-Betriebsw. Andrea Köhn, Vorstandsmitglied Neues Berlin e. G. für die Bewertung der Praxisfälle guter Kooperation.

 

Prof. Jung gratulierte zunächst Rechtsanwalt Klaus Heinzerling, Vorstandsmitglied des MKBauImm, zum Förderpreis 2020 und bat ihn um die Schilderung seines Vorgehens bei der Beendigung eines langjährigen Gerichtsverfahrens durch Sachverhaltsaufklärung seitens der Parteien, der Anwälte und eines Mediators in einem Mediationsverfahren von nur wenigen Monaten.

 

Ferner gratulierte Prof. Jung Klaus Richter, Mitglied der Geschäftsleitung der BAM Deutschland AG, Frankfurt/Main, zum Förderpreis 2020 und bat ihn um die Schilderung seines Vorgehens bei einem Partnering-Projekt zur Konfliktprävention als Beitrag zur wertschöpfungs-orientierten Projektrealisierung durch die Wertschöpfungselemente Mietvertrag, Lean- Organisation der Projekte, Lean-Gestaltung der Verträge, Verhaltens-Kodex, Zufriedenheit aller Partner und Modifizierung der eigenen Firma.

Allen Preisträgern an dieser Stelle nochmals einen herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg bei der Prävention und Lösung von Konflikten beim Planen, Bauen und Betreiben von Bauten und Anlagen!

 

CJD, 10.11.2020

10. Kongress Konflikt-management in der Bau- und Immobilien-wirtschaft

30.10.2020

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© DGA-Bau Deutsche Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft und MKBauImm Mediation und Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft, Stand: 21.11.2020, 16:27 Uhr